Blasensenkung: Darüber sollten Frauen viel öfter reden
- vor 7 Tagen
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Wenn wir über Blasensenkung sprechen, ist das erste Missverständnis meistens: "Da rutscht mir doch nichts einfach raus, oder?" Kurze Antwort: nein, so einfach ist es nicht, und trotzdem passiert etwas sehr Reales. Die Blase verliert ihren Halt, weil das Bindegewebe entweder überdehnt oder an einer Stelle regelrecht durchlässig geworden ist, quasi wie ein Loch in einer Hängematte, durch das sich das Organ Stück für Stück durchdrückt.

Warum "einfach mehr Beckenbodentraining" nicht die Lösung ist
Hier kommt die unangenehme Wahrheit: Eine Organsenkung lässt sich in ihrer Ursache nicht wegtrainieren. Was Beckenbodentraining aber sehr wohl kann, ist deine Symptome deutlich erträglicher machen. Ein starker, gut funktionierender Beckenboden stützt besser, und mit der richtigen Anspannung kannst du das Organ sogar aktiv wieder nach oben bewegen. Wer ganz am Anfang steht, kann mit EMS-Training oder Geräten wie dem Emsella-Stuhl (Magnetfeldtherapie) eine erste Grundspannung aufbauen, bis das eigene Körpergefühl zurückkommt. Und natürlich: eine spezialisierte Beckenboden-Physiotherapeutin ist hier Gold wert.
Kegel reicht nicht
Klassisches Kegeltraining ist ein Baustein, aber im Alltag brauchst du funktionelles Training, also die Fähigkeit, deinen Beckenboden auch beim Kinder tragen, beim Einkaufen oder beim Heben schwerer Sachen aktiv zu halten. Dazu gehört auch deine tiefe Bauchmuskulatur, denn dein Körper funktioniert wie ein Korsett. Wenn du hustest, lachst oder niest, muss dieses ganze Korsett den Druck abfangen. Isoliertes Beckenbodentraining allein reicht da einfach nicht.
Wer ist eigentlich betroffen?
Kurz gesagt: alle. Schwangere haben ein höheres Risiko, klar, aber auch topfitte Frauen, die jahrelang gejoggt sind, können mit Mitte sechzig plötzlich eine Blasensenkung entwickeln. Typische Anzeichen sind ein Fremdkörpergefühl, wiederkehrende Blasenentzündungen, Restharn, Rücken- oder Beckenschmerzen, und in stärkeren Fällen sogar Reibung durch Kontakt der Schleimhaut mit der Unterwäsche. Auch beim Sex oder bei Tampons kann sich das Gefühl von "da ist was im Weg" bemerkbar machen.
Der Luftballon-Test
Ein kleiner, aber ziemlich aufschlussreicher Test: Kannst du problemlos einen Luftballon aufblasen? Viele Frauen können das nicht, weil sie ihren Druck im Körper falsch nutzen, und berichten dann oft, dass dabei etwas Urin abgeht. Hier spielt aber auch nicht nur der schwache Beckenboden eine Rolle sonder sehr oft auch eine noch bestehende Rektusdiastase. Druck, der beim Husten, Niesen, Springen oder Tragen entsteht, sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstands: nach unten in den Beckenboden, nach vorne in den Bauch, oder nach hinten in die Wirbelsäule. Und genau das spürt dann irgendwann die schwächste Stelle.
Das gilt übrigens auch für Crossfit, Hyrox und Co. Ohne richtige Aktivierung von Bauch und Beckenboden steigt hier das Risiko für Beckenbodenschwäche deutlich.
Wechseljahre verschärfen das Thema
Der Beckenboden ist eine Muskelgruppe und Muskeln bestehen auch aus Bindegewebe. Wie der Namen schon sagt, ist er der Boden des Beckens. Mit zunehmendem Alter wird Bindegewebe grundsätzlich schwächer. Man kann also einen kräftigen Beckenboden haben (wobei auch ein verspannter Beckenboden große Probleme machen kann), und trotzdem zeigen Sehnen, Bänder und Bindegewebe ihre Spuren. Der hormonelle Abfall rund um und nach den Wechseljahren verstärkt das zusätzlich, denn das vaginale Bindegewebe und die Schleimhaut sind östrogenabhängig. Fällt Östrogen weg, wird das Gewebe zusätzlich zum altersbedingten Abbau geschwächt, es verliert Wasser und wird insgesamt schwächer.
Der eigentliche Schlüssel: Atmung
Bevor überhaupt an klassisches Beckenbodentraining gedacht wird, arbeiten Physiotherapeut:Innen oft erstmal nur mit Atemübungen, danach folgt häufig Haltungsschulung. Denn nur ein gut ausgerichteter Körper lässt deinen Beckenboden überhaupt richtig arbeiten, wie eine Hängematte, die im Rhythmus der Atmung locker mitschwingt, im Zusammenspiel mit dem Zwerchfell.
Übrigens: Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen, die Schwangerschaft und Geburt aufrecht im Stehen erleben, und damit auch die einzigen, die dauerhaft Druck auf dem Beckenboden haben. Kein Wunder also, dass das Thema so verbreitet ist.
Und wenn es nicht mehr anders geht?
Bei einer weit fortgeschrittenen Senkung, die die Lebensqualität wirklich einschränkt, ist eine Operation eine Option, zum Beispiel durch Repositionierung des Organs, Straffung des Bindegewebes, oder durch ein Netzimplantat, das sich abbaut und stattdessen Narbengewebe als neue "Hängematte" bildet. Aber: Training gehört danach trotzdem immer dazu, egal welche Therapie du machst.
Was kannst du also jetzt konkret tun?
Der wichtigste Schritt ist meistens der einfachste: anfangen, und zwar richtig. Klassisches Kegeltraining allein reicht dir nicht, denn dein Beckenboden muss vor allem im echten Leben funktionieren. Beim Husten, beim Treppensteigen, beim Kind hochheben, beim Einkaufstaschen tragen. Genau deshalb ist funktionelles Training jetzt so wichtig: Es bringt deinem Körper bei, den Beckenboden automatisch in genau den Momenten zu aktivieren, in denen Druck entsteht, statt ihn nur isoliert auf der Trainingsmatte anzuspannen. Nur so überträgt sich das, was du trainierst, auch wirklich in deinen Alltag.
Starten kannst du im Grunde sofort, mit deiner Atmung. Bevor überhaupt an Anspannung gedacht wird, lohnt es sich, erstmal zu spüren, wie sich dein Beckenboden beim Ein- und Ausatmen bewegt, wie eine Hängematte, die locker mitschwingt. Von da aus baust du Stück für Stück auf: erst das Körpergefühl, dann die bewusste Anspannung, dann die Integration in Alltagsbewegungen und Training.
Und wenn du das Ganze nicht länger auf gut Glück machen willst, sondern wirklich verstehen möchtest, wie dein Beckenboden funktioniert, wie du ihn richtig anspannst und Schritt für Schritt stark bekommst, dann trag dich jetzt für mein 14-Tage-Beckenboden-Programm ein. Es launcht Ende August, und wer sich vorab einträgt, sichert sich den Startpreis und die Launch-Boni.
Und auch noch wirklich wichtig und das mir am Herzen liegt! Lass dich niemals mit Sätzen wie "das ist eben so mit dem Alter" oder "du hast halt Kinder bekommen" abspeisen. Wenn du das Gefühl hast, nicht ernst genommen zu werden, hol dir eine zweite Meinung. Es gibt Ärztinnen und Physiotherapeutinnen, die sich genau darauf spezialisiert haben.
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